Musikkurs Q2 meets Sterling Elliott
Starkonzert an der Eli
Nach einer kurzen Vorstellung von Elliott und seiner Begleitung führte unser Q2 Moderationsteam, bestehend aus den vier Schüler*innen Antonia, Aurelia, Astia und Hans, alle Anwesenden zügig in das geplante Programm ein. Es bestand aus vier von Elliot ausgewählten Stücken für Cello solo:
- Johann Sebastian Bach – Suite Nr. 1 für Violoncello solo in G-Dur, BWV 1007: Prélude
- Gaspar Cassadó – Suite für Violoncello solo: III. Intermezzo e Danza finale
- Aaron Minsky – Truckin’ Thru the South
- Mark Summer – Julie-O
Die Suite von Bach war ein Vorreiterstück für Solo-Cello. Für die meisten ist die Melodie alles andere als fremd, aber so gefühlvoll und frei haben wohl nur die wenigsten das Stück bisher gehört.
Den zweiten Programmpunkt beschrieb Elliott als „feurigen spanischen Tanz“. Auch hier spielte der Musiker sein Instrument mit unfassbarer Energie und Hingabe; soviel, dass im Laufe des Stücks mehrere Pferdehaare an seinem Bogen rissen. Doch das schien ihn nicht im Mindesten aus der Ruhe zu bringen und im Nachhinein erklärte uns der Starcellist aus Amerika, dass sich sein Bogen wohl noch nicht an das europäische Klima gewöhnt habe.
Die letzten beiden Stücke vereinen mehrere Spieltechniken auf eine modernere Art. Auch hier zog Elliott das gesamte Publikum in seinen Bann und begeisterte mit seinem Können und seiner Bühnenpräsenz.
Zwischen den einzelnen Musikstücken übernahm ein Teil des Moderationsteams jeweils kurz das Wort, leitete den nächsten Programmpunkt ein und führte uns damit auf eine sehr angenehme Weise durch das Konzert (die meisten Beiträge wurden auf Deutsch und Englisch vorgetragen und spontan übersetzt).
Nach dem 2. und 4. Stück gab es jeweils die Möglichkeit für Einzelne aus dem Publikum, eigene Fragen an Elliott zu stellen, was sich viele nicht zweimal sagen ließen. Geduldig, professionell und immer mit einem Lächeln auf den Lippen, stellte sich Elliott nun allen aufkommenden Fragen. Von einem zaghaften „How old are you?“ bis zu „Wie schaffst du es zu üben, wenn du mal gar keine Motivation hast?“ nahm er sich allem geduldig an und gab uns einen persönlicheren Einblick in Alltag und Erfahrungen eines Profimusikers.
Geboren in New York City und aufgewachsen in einem musikalischen Haushalt, erhielt Sterling Elliott bereits in sehr jungem Alter Cellounterricht. Zuerst komplettierte er damit das Streichquartett seiner Familie, anschließend begann er, an immer bedeutenderen Wettbewerben im Cellospiel teilzunehmen. Einerseits, um sein Können zu zeigen, aber vor allem, um Veranstalter und Konzerthäuser auf sich aufmerksam zu machen. Denn Solisten müssten sich, wie er uns erklärte, erstmal selbst eine Präsenz in der Musikszene erarbeiten, da sie vor allem anfangs darauf angewiesen sind, zur Mitwirkung an Konzerten eingeladen zu werden. Mittlerweile hat Elliott jedoch ein Management, das sich für ihn darum kümmert. So tourt er aktuell mit seinem 300 Jahre alten Cello, welches er liebevoll „Ginger“ nennt, mehrmals pro Jahr um den Globus und verzaubert alle Menschen auf dem Weg mit seiner Musik.
Das letzte Stück endete mit großem Applaus. Nach einer kurzen Danksagung und Verabschiedung stellte Elliott sich noch für weitere Fragen und Gespräche zur Verfügung, sodass er fast augenblicklich von Schüler*innen umringt war und ein reger Austausch entstand.
Herzlichen Dank an alle beteiligten Lehrer*innen und Schüler*innen von der Organisation, Technik, Moderation etc. und natürlich ein besonderes Dankeschön an Sterling Elliott für seinen Besuch, seine Geduld und Freundlichkeit sowie seine beeindruckende und inspirierende Performance. Diesen besonderen Vormittag werden wir wohl so schnell nicht vergessen.
Johanna Bochennek, Q2
